Hand aufs Herz: Wenn Sie an den Verkauf Ihrer Immobilie denken – rechnen Sie mit zwei Wochenenden Arbeit oder eher mit einem Teilzeitjob über drei Monate?
Die meisten Eigentümer unterschätzen den Zeitfaktor massiv. Ein Immobilienverkauf ist kein Sprint, sondern ein bürokratischer Marathon. Aus unserer Erfahrung wissen wir: Ein professionell abgewickelter Verkauf verschlingt schnell 60 bis 100 Arbeitsstunden und mehr.
In diesem Artikel brechen wir den Zeitaufwand schonungslos herunter, damit Sie entscheiden können: Habe ich diese Zeit?
Phase 1: Die Vorbereitung & Behörden (ca. 10 – 15 Stunden)
Bevor das erste Foto geschossen ist, müssen die „Hard Facts“ stimmen. Das Zeitmanagement scheitert oft schon an den Wartezeiten der Ämter.
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Unterlagenbeschaffung: Grundbuchauszug (Amtsgericht), Flurkarte, Bauakten (Bauamt). Allein die Recherche und Antragsstellung kosten Zeit.
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Energieausweis: Pflicht! Die Datenerhebung und Beauftragung eines zertifizierten Energieberaters ist unumgänglich.
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Wartezeiten: Rechnen Sie nicht in Stunden, sondern in Wochen. Ein Grundbuchamt kann 2-4 Wochen benötigen.
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Tipp: Starten Sie hiermit mindestens 6 Wochen vor Verkaufsstart.
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Phase 2: Marketing & Aufbereitung (ca. 15 – 20 Stunden)
Hier entscheidet sich der Verkaufspreis. „Schnell mal ein Handyfoto“ kostet Sie am Ende bares Geld.
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Homestaging & Aufräumen: Die Immobilie muss „neutralisiert“ werden. Persönliche Gegenstände weg, Reparaturen durchführen.
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Fotografie: Belichtung, Weitwinkel, Nachbearbeitung. Profis brauchen für ein Einfamilienhaus ca. 3-4 Stunden vor Ort plus Bearbeitung.
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Exposé-Texte: Eine emotionale, rechtssichere Beschreibung schreibt sich nicht in 10 Minuten.
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Inserat-Pflege: Upload auf Portalen, Abgleich der Daten, Premium-Platzierungen buchen.
Phase 3: Kommunikation & Besichtigungen (Der Zeitfresser: ca. 30 – 50 Stunden)
Dies ist der Punkt, an dem viele private Verkäufer an ihre Grenzen stoßen. Sobald die Anzeige online ist, steht das Telefon nicht mehr still.
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Anfragen-Management: Sie müssen E-Mails beantworten, Rückrufe tätigen und erste Fragen klären („Ist der Preis verhandelbar?“, „Wie ist die Lage?“).
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Tourismus vermeiden: Ohne Vorqualifizierung (Bonitätscheck) laden Sie viele „Sehleute“ ein, die sich die Immobilie gar nicht leisten können.
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Besichtigungstermine: Rechnen Sie pro Interessent mit Anfahrt, Durchführung (30-60 Min) und Nachgespräch. Bei 20 Interessenten sind das allein 20 Stunden – meist am Wochenende oder Feierabend.
Phase 4: Verhandlung & Abschluss (ca. 10 – 15 Stunden)
Ein Käufer ist gefunden? Jetzt beginnt die Papierarbeit.
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Preisverhandlungen: Emotional anstrengend und zeitintensiv.
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Finanzierungsbestätigung: Warten auf die Bank des Käufers, Nachfordern von Unterlagen.
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Notar: Kaufvertragsentwurf prüfen (juristisches Deutsch verstehen!), Änderungen einpflegen, Termin wahrnehmen.
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Übergabe: Protokollführung, Zählerstände ablesen, Schlüsselübergabe.
Fazit: Zeit investieren oder Experten beauftragen?
Die Rechnung ist einfach: Wenn Sie Ihre Immobilie privat verkaufen, sparen Sie die Maklercourtage, zahlen aber mit Ihrer Freizeit. 60 bis 100 Stunden entsprechen etwa zwei bis drei kompletten Arbeitswochen.
Haben Sie diese Ressourcen neben Ihrem Job und Ihrer Familie?
Ein Makler nimmt Ihnen nicht nur diese Stunden ab. Durch Routinen, bestehende Netzwerke und professionelle Tools erledigen wir diese Aufgaben oft effizienter – und erzielen durch professionelles Verhandlungsgeschick oft einen Verkaufspreis, der die Courtage mehr als wettmacht.
Sparen Sie sich die Zeit für die schönen Dinge im Leben.
Wie lange dauert ein Hausverkauf im Durchschnitt?fer?
Vom Verkaufsstart bis zum Notartermin vergehen im Schnitt 3 bis 6 Monate. Oftmals sogar mehr. Die aktive Arbeitszeit für den Verkäufer verteilt sich auf diesen Zeitraum.
Kann ich Besichtigungen auf einen Tag legen?
Ja, „Open House“-Termine sind effizient, erfordern aber exzellente Organisation und Stressresistenz, da Sie viele Interessenten gleichzeitig koordinieren müssen.
Welche Unterlagen dauern am längsten?
Oft dauert die Löschungsbewilligung der Bank (falls noch Schulden eingetragen sind) oder Auszüge aus alten Bauakten am längsten.


