Privatsphäre oder maximale Reichweite? Beim Immobilienverkauf scheint das oft ein Widerspruch zu sein. Besonders beim sensiblen Thema „Grundriss“ machen viele Eigentümer Fehler, die entweder Käufer abschrecken oder ungewollte Gäste anlocken.
Ein detaillierter Grundriss ist für ernsthafte Kaufinteressenten unverzichtbar. Er entscheidet oft noch vor der Besichtigung darüber, ob eine Immobilie in die engere Auswahl kommt. Doch Vorsicht: Wer Baupläne unbedacht auf öffentlichen Portalen hochlädt, öffnet Tür und Tor für Risiken.
In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie den Spagat zwischen perfektem Marketing und maximaler Sicherheit meistern.
Das Risiko: Der „Gläserne Eigentümer“
Das Internet vergisst nichts. Wenn Sie Ihre Immobilie auf den großen Portalen inserieren, sind folgende Daten oft für jedermann weltweit sichtbar:
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Die exakte Adresse Ihrer Immobilie.
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Hochauflösende Fotos der Einrichtung (inkl. Wertsachen, Kunst, Elektronik).
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Der Grundriss, der zeigt, wo man am besten ins Haus gelangt und wo das Schlafzimmer liegt.
Diese Kombination ist für Kriminelle wie eine Einladung. Aber auch „Immobilien-Touristen“ oder neugierige Nachbarn erhalten Einblicke, die sie nichts angehen.
Warum Käufer den Grundriss trotzdem brauchen
Ein Verkaufsangebot ohne Grundriss ist „blind“. Käufer müssen prüfen, ob ihre Möbel passen, ob Wände versetzt werden können oder wie die Kinderzimmer geschnitten sind. Fehlt der Plan, klicken viele Interessenten sofort weiter zum nächsten Angebot.
Das Dilemma: Zeigen Sie den Plan nicht, verlieren Sie Käufer. Zeigen Sie ihn öffentlich, verlieren Sie Sicherheit.
Die Lösung: Der „Qualified View“ (Sicherheitsfilter)
Als erfahrene Makler im Hochtaunus setzen wir auf eine Strategie, die beide Seiten zufriedenstellt. Wir nennen das den Schutzschild-Ansatz.
Der Grundriss Ihrer Immobilie gehört nicht auf die „Startseite“ des Internets, sondern in einen geschützten Bereich. So gehen wir vor:
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Anonymisiertes Teaser-Marketing: In öffentlichen Anzeigen (Social Media, Portale) nutzen wir attraktive Fotos und Eckdaten, geben aber keine sicherheitskritischen Details preis.
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Identitätsprüfung: Bevor ein Interessent Zugriff auf das vollständige Exposé inklusive Adresse und detaillierten Grundrissen erhält, prüfen wir dessen Identität. Wir wissen, wer sich Ihre Daten ansieht.
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Keine Adresse im Grundriss: Wir bearbeiten Grundrisse grafisch nach. Straßennamen oder Flurstücksnummern werden entfernt, sodass der Plan nicht ohne Weiteres einem Standort zugeordnet werden kann, falls er doch einmal weitergeleitet wird.
Fazit: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
Ja, der Grundriss ist ein mächtiges Verkaufsinstrument. Aber er ist auch ein intimes Dokument Ihres Zuhauses. Überlassen Sie die Veröffentlichung nicht dem Zufall.
Wir sorgen dafür, dass nur qualifizierte, echte Kaufinteressenten Einblick in die Architektur Ihres Hauses erhalten. So schützen wir Ihre Privatsphäre und sorgen gleichzeitig für einen reibungslosen Verkauf.
Muss ich bei einem Privatverkauf Grundrisse ins Netz stellen?
Wir raten dringend davon ab, detaillierte Pläne zusammen mit der Adresse öffentlich zugänglich zu machen. Versenden Sie diese lieber erst nach einem persönlichen Kontakt per E-Mail.
Was ist ein "aufbereiteter Grundriss"?
Alte Baupläne sind oft schwer lesbar. Ein aufbereiteter Grundriss ist eine moderne, grafische Neuzeichnung (oft in Farbe und mit Möblierungsvorschlägen), die für den Verkauf optimiert und um sensible technische Daten bereinigt wurde.
Kann man Immobilien auch ganz ohne Grundriss verkaufen?
Theoretisch ja, praktisch verzögert dies den Prozess massiv und führt zu vielen unnötigen Besichtigungen („Oh, das dritte Zimmer ist ja viel zu klein!“). Der „qualifizierte Zugang“ ist der bessere Weg.


